| Eisenerzgrube
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![]() Historische Zeichnung der Grube Bindweide |
Gewerken und auch Spekulanten begannen in großem Umfang schon vor dem Bau der Köln-Gießener Eisenbahn (1855 1861) überall im Siegerländer Spateisensteinbezirk mit der Suche nach bisher unerschlossenen Erzvorkommen. Im Gebhardshainer Land auf den Höhen des Westerwaldes konzentrierten sie sich besonders auf die Spuren des Altbergbaus, der u.a. wegen unlösbarer Wasserprobleme in der Tiefe und Transportschwierigkeiten aufgegeben worden war. |
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Hinter
diesem mit großer Beharrlichkeit betriebenen Schürfungen standen Theodor
Stein und die von ihm vertretene Firma Daniel Stein Senior Sohn (Kirchen/Sieg).
Der Gewerke aus dem "Dorf der Millionäre" (Kirchen) hatte
rechtzeitig die Bedeutung der bevorstehenden Verkehrsverbindung zu Rhein
und Ruhr für die Schwerindustrie im Siegerländer Wirtschaftsraum erkannt.
Stein mutete (bergmännisch: Anmelden für die Abbauerlaubnis) am 17.
Dezember 1852 den "im landesherrlichen Freien auf dem Gebirge Engelbach
im Kreise Altenkirchen, Regierungsbezirk Koblenz, Bergamtsbezirk, Oberbergamtsdistrikt
Bonn" liegenden Eisensteingang "Bindweide" bei Steinebach.
Im Protokoll der folgenden Feldbesichtigung ist auch ein Hinweis auf
die "alte
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![]() Lade- und Bohrmaschine am Abbauort |
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Eisensteinzeche
Bindweide" enthalten, die 1837 an Henry Manour zu Dillenburg verliehen,
aber 1841 wegen "Nichtbezahlung der Receßgelder" wieder ins
"landesherrliche Freie" verfallen war. Erfolgreich bemühte
sich Stein in den folgenden Jahren um den Erwerb weiterer Grubenfelder,
die in der Gewerkschaft "Bindweide" vereinigt wurden. Als
Besitzer der wertvollsten Eisensteingruben des Siegerlandes stand er
auf dem Höhepunkt seines Schaffens, als sich in der Grube "Bindweide"
im Jahr 1872 eine Katastrophe ereignete: zwei Wassereinbrüche rissen
insgesamt 14 Männer in den Tod, unter ihnen den Königlichen Revierbeamten
Bergmeister Johannes Schmidt an der Spitze einer Rettungsmannschaft.
Durch die tragischen Ereignisse tief getroffen, verkaufte Stein (Bergmeister
Schmidt war sein Neffe und Berater) den größten Teil seines Grubenbesitzes.
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Die
Friedrich Krupp AG (Essen) als neue Besitzerin der Grube "Bindweide"
erweiterte den Betrieb und führte 1880 die maschinelle Tiefbauförderung
(Schacht 1) ein. Mit einem Kostenaufwand von genau 558 645,69 Goldmark
baute das Unternehmen zwei Jahre später eine 7,3 km lange Schmalspurbahn
zwischen den Verladeanlagen am Tiefen Bindweider Stollen in Steinebach
und dem Bahnhof Scheuerfeld an der Siegtalstrecke. Die Förderung der
Grube mit inzwischen 799 Beschäftigten stieg im Betriebsjahr 1889/90
auf 99 491 t Eisenglanz und Brauneisenstein sowie 14 912 t Spateisenstein.
Nach
Zukauf weiterer Grubenfelder erbaute Krupp auf der "Bindweide"
eine zweite Schachtanlage, die 1907/08 in Betrieb genommen wurde. Gleichzeitig
mit der Eröffnung der vom Landkreis Altenkirchen angelegten Normalspurbahn
Scheuerfeld-Nauroth, die am 10. Januar 1913 in Betrieb genommen wurde,
konnten die im Schachtbereich neuerrichteten Tagesanlagen ihrer Bestimmung
übergeben werden. Die Stillegung des Bergwerks als größter Arbeitgeber
(durchschnittlich etwa 500 Beschäftigte, Monatsförderung von 10 000
t) am 30. September 1931 als Folge der Weltwirtschaftskrise bedeutete
einen schweren Verlust für das Gebhardshainer Land. |
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Die
Grube hatte eine Gesamtteufe von 500 Metern erreicht und eine Gesamtförderung
von 5,1 Mio. t erbracht. Noch 1926/28 waren eine Spat- und eine Rostaufbereitung
(zur Anreicherung der Erzgehalts) errichtet worden. Mit dem Ende des
2000jährigen Siegerländer Erzbergbaus im Jahre 1965 wurden schließlich
die Pläne aufgegeben, die Grube "Bindweide" mit ihrem geschätzten
Erzvorrat von noch etwa 11 Mio. t wieder in Betrieb zu nehmen.
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50 Jahre nach der letzten
Förderschicht wurde der Tiefe Stollen wieder geöffnet und nach umfangreichen
Sicherungsarbeiten auf etwa 1,3 km Länge als Besucherbergwerk hergerichtet.
Dabei konnte der größte Teil der Originalausbauten erhalten bleiben.
Besondere Eindrücke bieten die Fahrt mit der Grubenbahn unter Tage,
die farbenprächtigen Mineralien, der Blick auf die beiden Schächte und
in die zahlreichen Erzabbaue. Exponate, Pläne und Fotos informieren
im Eingangsgebäude über die Geschichte der Grube Bindweide.
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| Die Fahrt mit der Grubenbahn ist ein Erlebnis |
| Nachfolgend ein paar Eindrücke aus dem heutigen Besucherbergwerk: | |
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Schachtanlage
mit Förderkorb auf 90 Meter Teufe |
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Kreuzung Grubenfahrrad und Grubenbahn |
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Hauptstrecke mit Umfahrung |
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Strecke auf 90 Meter Teufe |
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Eindrucksvolles
Mineral (Eisenglanz) aus dem Abbaubereich |
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Medaille mit Darstellung der Tagesanlagen |
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Letzte Änderung dieser Seite am: 23.01.2012