| Geschichtliches aus der Verbandsgemeinde Gebhardshain |
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Die Verbandsgemeinde Gebhardshain ist durch Landesgesetz
mit Wirkung vom 01.10.1968 als Nachfolgerin der im Jahre 1816 gebildeten
Bürgermeisterei Gebhardshain gegründet worden. Ursprünglich bestanden
im Jahre 1816 18 einzelne Ortschaften (Wohnplätze) mit insgesamt
2.474 Einwohnern, die später teilweise zusammengefasst wurden. Heute
gehören noch die 12 Ortsgemeinden Dickendorf, Elben, Elkenroth, Fensdorf,
Gebhardshain, Kausen, Malberg, Molzhain, Nauroth, Rosenheim, Steinebach/Sieg
und Steineroth zur Verbandsgemeinde Gebhardshain.
Die Ortsnamen Weiselstein, Dauersberger Mühle, Hommelsberg, Steineberg, Auf der Höhe, Seifen und Niederndorf sind nach den Zusammenlegungen als eigenständige Einheiten nicht mehr vorhanden. Das Gebiet der heutigen Verbandsgemeinde Gebhardshain umfasst rund 4.898 ha. Es war einst ein Schwerpunkt der eisenfördernden Industrie, die auf den in der devonischen Grauformation in größeren und geringeren Gangkomplexen sowie in einzelnen Stücken liegenden Spateisenstein-, Brauneisenstein oder Eisenglanzvorkommen aufbaute. Die Anfänge des Erzabbaues in bzw. um Gebhardshain fallen nachweislich in die Hallstattzeit. Als die Kelten zu jener Zeit ihre Kriege führten, verursachte der Bedarf an guten Waffen eine klare Scheidung der Erzlagerstätten. Die wohl früheste Besiedelung Gebhardshains und seiner Umgebung erfolgte zu jener Zeit wegen der manganreichen Eisenerzlager, was aus dem keltischen Ursprung des Gemeindenamens Elben (Elbbach) geschlossen werden kann. Die Blütezeit des Eisenerzabbaues reichte bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Das damalige Bergwerk Bindweide musste aber im Zuge der Weltwirtschaftskrise im Jahre 1931 seine Arbeit einstellen, eine Neuaufnahme des Betriebs erfolgte seitdem nicht mehr. Neben der Erzgewinnung gab es im Bereich der Verbandsgemeinde umfangreiche Basaltvorkommen, die vorwiegend bis zur Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts ausgebeutet wurden (Rosenheimer Lay, Käusersteimel). Heute noch sind die ehemaligen Basaltsteinbrüche und ein Teil der Abbauanlagen Zeugen für die Geschäftigkeit früherer Generationen. Da bereits seit 1225 die Pfarrei Gebhardshain nachweisbar bestand, darf man mit Recht annehmen, dass die Gemeinde Gebhardshain als eigenständiges Gemeinwesen schon seit 1220 existent war. Die Besiedelung des hiesigen Raumes dürfte jedoch schon wesentlich früher erfolgt sein. Dies bezeugen die ersten Urkunden der adligen Familie von Gevertzhagen aus den Jahren 1216, 1220, 1221 und 1225. Die Stammburg dieser Familie lag Anfang des 13. Jahrhunderts in der Gemarkung "Görsbach" am Bachlauf zwischen Fensdorf und Gebhardshain. Zwei weitere Burgen der Ritter von Gevertzhagen waren die Hildburg, zwischen Elkenroth und Dickendorf gelegen und die Burg am Junkernplatz, zwischen Luckenbach und "Kotzenroth". Wahrscheinlich unterstanden die Ritter von Gevertzhagen dem Grafen von Sayn. Es darf als gesichert angenommen werden, dass Gebhardshain zum Herrschaftsgebiet Freusburg gehörte. Im Jahre 1606 bestand die Herrschaft Sayn aus vier Ämtern, und zwar Hachenburg mit 5 Kirchspielen, Altenkirchen mit 7 Kirchspielen, Sayn mit 1 Kirchspiel und Freusburg mit den 4 Kirchspielen Fischbach, Kirchen, Daaden und Gebhardshain. Im Jahre 1626 wurde nach einem 20jährigen Prozess die Herrschaft Freusburg an den Erzbischof von Trier rechtskräftig abgetreten. Nach dem 30jährigen Krieg fiel die Freusburg wieder an die Gräfin von Sayn. 1652 wurde die Grafschaft Sayn in zwei Teile geteilt, wobei Gebhardshain zur Grafschaft Sayn-Altenkirchen kam. Schon 1646 bestand das Kirchspiel Gebhardshain aus den Gemeinden, die später zu einer Bürgermeisterei (Amt) zusammengeschlossen wurden. 1815 kam im Rahmen umfangreicher Gebietsabtretungen (Wiener Kongress) die Grafschaft Sayn-Altenkirchen zu Preußen (Rheinprovinz), wobei in der Folge der Landkreis Altenkirchen und unter anderem auch die Bürgermeisterei Gebhardshain als Verwaltungseinheiten 1816 neu gegründet wurden. Inzwischen sind aus dem Kirchspiel Gebhardshain vier katholische Pfarreien entstanden, während die evangelische Kirchengemeinde Gebhardshain alle Gemeinden der Verbandsgemeinde umfasst. Mit Wirkung vom 7. Juni 1969 (Tag der Kommunalwahl in RP) wurden im Rahmen einer Gebietsreform die bis dahin eigenständigen Gemeinden Steineberg und Hommelsberg zu einer Ortsgemeinde mit dem Namen Malberg durch Landesgesetz zusammengelegt, wodurch sich die Gesamtzahl der Ortsgemeinden auf 12 verringert hat. Der neue Gemeindename "Malberg" hat seinen Ursprung in der geschichtlichen Entwicklung. In germanischer Zeit soll sich auf der Höhe zwischen den beiden Gemeindeteilen eine Richterstätte befunden haben, die als "Mal" bezeichnet worden sein soll. Ferner wurde nach einem entsprechenden Antrag durch Verleihungsurkunde des Ministers des Innern vom 2. Mai 1963 der Ortsname der Gemeinde "Kotzenroth" in "Rosenheim" geändert. Die Einwohnerzahl aller Ortsgemeinden zusammen hat seit einigen Jahren die 11.000er Marke überschritten. Im Bereich der Verbandsgemeinde sind 3 kommunale Kindergärten, 3 Grundschulen und eine Regionale Schule vorhanden. Daneben bestehen kirchliche Kindergärten in verschiedenen Ortsgemeinden. In den meisten Gemeinden des Gebhardshainer Lands wurden inzwischen Mehrzweck- und Bürgerhäuser eingerichtet, die sowohl für offizielle Veranstaltungen als auch für private Feiern zur Verfügung stehen. Zudem ist eine Vielzahl von Sportanlagen vorhanden. Die Verbandsgemeinde betreibt seit 1987 das ehemalige Eisenerz-Bergwerk "Grube Bindweide" in Steinebach/Sieg als Besucherbergwerk. Wenn Sie sich weitergehender über die historische Entwicklung des Gebhardshainer Landes informieren möchten, können wir Ihnen das Buch "Geschichte der Verbandsgemeinde Gebhardshain 1815-1970" von Konrad Fuchs (ISBN 3-87439-082-9) empfehlen. Das Buch kann an der Rathauspforte zum Selbstkostenpreis von 8 EUR erworben werden! |
Letzte Änderung dieser Seite am: 29.09.2009